Melatenfriedhof 2026

Am 13.06 durften wir bei schönem Wetter und sehr guter Stimmung eine beeindruckende Führung über den ehrwürdigen Friedhof Melaten erleben.
Eröffnet 1810 sind auf dem 40 ha großen Areal über 40.000 Kölner*innen begraben und ihre Grabstellen und Gruftanlagen verraten über 200 Jahre
Geistes- Kultur- und Lebensgeschichtliches der Stadt Köln.

Viel zu Kunstgeschichte, Kirchengeschichte und Zeitgeschichte wusste der bekannte Kölnführer Günter Leitner mitzuteilen;

Oft als „Wahrzeichen des Friedhofs“ wird der Sensenmann benannt, diese Figur steht seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts überlebensgroß dort für die Unausweichlichkeit des Todes, letztlich für alle Menschen gleich, unabhängig von Herkunft, Vermögen oder gesellschaftlicher Stellung.
( Die Sanduhr symbolisiert die verrinnende Lebenszeit, die Sense die Ernte des Todes)

Anders das Grab von Guido Westerwelle, FDP Politiker, das mit einem Bacchus von Markus Lüpertz ins Auge fällt.
Bacchus, der römische Gott des Weins, steht eher für Lebensfreude und Genuss, für Bewegung statt Stillstand, den man auf einem Friedhof eher erwartet, aber der Lebensweg Westerwelles stand für Offenheit und bewusste Gestaltung des Lebens und so nimmt diese Büste
die Persönlichkeit des Verstorbenen zu Lebzeiten in den Blick.

Am Grab von Christoph Daum hörten wir, dass in seiner Trauerfeier der berühmte Satz aus Joh. 8,7 : „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“
einen Rahmen bildete.
………. Dem Grab dort fehlt noch der Stein……….. und auch zwei Fan Schals wurden als vermisst bemerkt.

Auf Melaten als Ort der Geschichte(n), begegnet man zwischen symbolreichen und prächtigen Grabmälern und Figuren den großen Fragen des Lebens:
Was bleibt, gibt es eine Botschaft? Wie wollen wir uns erinnern an die Menschen, die von uns gegangen sind?

Im Kolumbarium entstand die Frage, was mit den Urnen geschieht, wenn die 25 Jahre um sind, die die Nutzungsdauer dort sind.
Um Missverständnissen vorzubeugen:
Urnen sind Einmalgefäße und bleiben immer als Einheit geschützt, keine Entnahme, kein Umfüllen, keine Wiederverwendung.
Nach Ablauf werden sie umgebettet oder weiterbestattet auf dem Friedhof.

Unser Gruppenfoto entstand vor der neugotischen Kapelle von Sophia Czory auf dem Hauptweg des Melaten Friedhofs.
Sie war die „Königin der Roma“ und als Oberhaupt ihrer weitverzweigten Familie pilgern noch heute viele Mitglieder ihres Clans an ihrem Todestag zu dieser Kapelle.